Veranstaltungen & Angebote  
Neues Intensivseminar: Erkunden, einschätzen, beraten - Migrations- und kultursensible Arbeit im Kinderschutz

Die Kooperation mit Familien mit Migrationserfahrungen bei (vermuteter) Kindeswohlgefährdung stellt die beteiligten Fachkräfte vor spezifische Anforderungen. Geltende Normen zu vermitteln, über Erziehungsstile und -praktiken zu sprechen, familiale und kulturelle Werte zu erkunden und eine gelingende Kooperation mit den beteiligten Familienmitgliedern möglich zu machen, versteht sich hier nicht „von selbst“.

Gefährdung(srisiken), Ressourcen und Belastungen einschätzen, protektive Faktoren und wirkungsvolle Hilfemöglichkeiten zu erkennen, erfordert eine bewusste Übersetzungs- und Verstehensleistung. Hilfe annehmen zu müssen, Einmischung und Kontrolle zu erleben, sich als Eltern vor Außenstehenden erklären zu müssen, berührt die Selbstachtung eines Jeden. Respekt, Privatheit, Loyalität sind kulturell geprägte Konzepte, deren unterschiedliche Ausprägung aufmerksam wahrgenommen und akzeptierend kommuniziert werden muss. Erfahrungen mit Migration können zu Barrieren in der Kooperation der Familien beitragen, wechselseitige Fremdheit den Aufbau einer tragfähigen Arbeitsbeziehung belasten, sie gilt es im Blick zu haben.

Im Frühjahr 2018 bietet unser Institut ein viertägiges Intensivseminar „Erkunden, einschätzen, beraten - Migrations- und kultursensible Arbeit im Kinderschutz“ an.
Das Seminar bietet auch die Gelegenheit, sich mit strukturellen Barrieren auseinanderzusetzen, die sowohl Familien als auch Fachkräfte überwinden können müssen, damit eine kindeswohlorientierte sozialpädagogische Praxis im Lebensumfeld der Familien erleichtert wird.
Anmeldungen sind ab sofort möglich.
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre sind die Plätze schnell ausgebucht, wir empfehlen daher eine zügige Anmeldung.

Zur Anmeldung können Sie sich hier den Flyer inkl. Anmeldeformular herunterladen.


Junge Geflüchtete: Gemeinsamkeiten entdecken – Identität stärken

Im Alltag der Arbeit und Begleitung minderjähriger unbegleiteter Geflüchteter erleben Fachkräfte häufig, dass es zu Konkurrenzen und Konflikten der unterschiedlichen ethnischen Gruppen kommt. Sehr schnell deuten wir solche Situationen als „ethnische Konflikte“ und meinen zu wissen, dass die eine Gruppe mit der anderen eben „nicht kann“ und kulturalisieren „verständig“ unsere Beobachtungen. Erst bei genauerem Hinsehen wird dann oft deutlich, dass es weniger um ethnische Grenzziehungen als um Konkurrenz um begrenzte Ressourcen, das Gefühl ungleicher und damit ungerechter Behandlung oder schlicht Ausdruck einer rundherum frustrierenden, als perspektivlos empfundenen Lebenssituation geht. Pädagogische Interventionen können solche Ausgangslagen nicht aufheben, sie können aber sehr wohl jeden einzelnen Jugendlichen stärken, seine Bedürfnisse und Interessen zu erkennen, diese gemeinsam mit anderen zu teilen und selbstbewusst zu vertreten. Um pädagogische Fachkräfte und Kulturmittler dabei zu unterstützen bietet unser Institut ein Fortbildungskonzept für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, das notwendige Hintergrundinformationen vermittelt, geeignete pädagogische Strategien und Methoden vorstellt und erprobt und gemeinsam mit den Fachkräften als ExpertInnen ihrer Praxis deren konkrete Umsetzung vor Ort in den Einrichtungen vorbereitet. Träger und Einrichtungen, die Interesse an einer solchen Fortbildung haben, sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden.


Erziehung gemeinsam gestalten – ein Projekt für afrikanische Eltern

AKWAABA – Willkommen heißt unser Projekt für afrikanische Eltern im Stadtteil Mümmelmannsberg, das wir im Rahmen des Bundesprojektes „Demokratie leben“ jetzt schon im dritten Jahr durchführen. Ausgangspunkt und Anlass waren massive Kommunikations- und Verständnisprobleme zwischen den LehrerInnen der örtlichen Schulen und zahlreichen Eltern zunächst vorwiegend aus Ghana über Erziehungsziele, gegenseitige Erwartungen und notwendige Kooperation beim Schulbesuch ihrer Kinder. Unsere Mitarbeiterin Anima Denteh-Awudu, selbst aus Ghana, aber schon lange in Hamburg heimisch, bietet regelmäßig Treffen für die Eltern an, bei denen im Rahmen eines gemütlichen Frühstücks zunächst Vertrauen hergestellt und dann erfolgreich besprochen werden kann, was die Eltern bewegt und was die Schule erwartet. Gelegentlich nehmen auch Lehrkräfte der örtlichen Schulen Teil, so dass sich über den bisherigen Projektzeitraum aus anfänglicher „Verständnislosigkeit“ mittlerweile eine konstruktive und offene Zusammenarbeit zwischen Schulen und Eltern entwickelt hat. Inzwischen nehmen auch Mütter aus anderen afrikanischen Ländern teil.
Was in diesem Projekt sonst noch alles passiert und was wir planen, können Sie den Projektbericht entnehmen.

Foto: Projekt AKWAABAFoto: Projekt AKWAABAFoto: Projekt AKWAABA


Thema. „Was macht den ´Salafismus` attraktiv für Jugendliche?“

Nach intensiver Recherche und Auseinandersetzung mit islamistischen Orientierungen (muslimischer) Jugendlicher und hilfreichen pädagogischen Haltungen und Handlungsstrategien bietet unser Institut ab sofort Vorträge und Inhouse-Seminare für pädagogische Fachkräfte in Jugendarbeit, Jugendhilfe und Schule an. Bitte nehmen Sie bei Interesse und Bedarf Kontakt mit uns auf.


Wir bieten
  • Praxisbezogene Fortbildung
    von MitartbeiterInnen in pädagogischen Einrichtungen, Beratungsstellen, Sozialen Diensten und Schulen

    • zur Selbstreflexion eigener kultureller Muster, der eigenen
      kulturellen Identität und dem Umgang mit Fremden und Fremdem;

    • über kulturelle Hintergründe fremder Kulturen und in
      verschiedenen sozialen Milieus;

    • zur Entwicklung interkultureller Handlungskompetenz im
      pädagogischen Alltag.

  • Kultursensible Beratung oder Supervision
    in schwierigen, komplexen Praxissituationen oder bei interkulturellen Konflikten.

  • Kultursensible Konzeptionsentwicklung
    für pädagogische Einrichtungen und Schulen mit dem Ziel einer an der spezifischen Lebenswelt der AdressatInnen ausgerichteten interkulturellen Verständigung.

  • Organisationsentwicklung und Prozessbegleitung
    bei der interkulturellen Öffnung von pädagogischen Einrichtungen und Sozialen Diensten.

    • Diversity Management
      in Ihrer Einrichtung begleiten und unterstützen

  • Forschung zu Fragen von Migration und Interkulturalität sowie Evaluation sozialpädagogischer Projekte in diesem Feld.